Naturheilkunde und Therapie

Auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge und Heilkunde stehen sich heute eine auf die Fortschritte der Technik vertrauende Medizin und eine auf Naturheilverfahren bauende Alternativmedizin gegenüber. Während erstere sich der Illusion hingibt, dass die Maschine "Mensch" sich beliebig reparieren lässt und "Konstruktionsfehler" der Evolution eventuell sogar verbessert werden sollten, möchte letztere den aus dem Gleichgewicht geratenen Organismus wieder ins Gleichgewicht bringen.

Die Gedanken Heinz Grills zu Krankheit und Gesundheit schließen sich weder der einen noch der anderen Denkrichtung an. Krankheit ist in seinem Sinne nicht eine Fehlfunktion des Körpers, sondern sie erfüllt eine wesentliche Funktion im Schicksalslauf des Menschen hin zu größerer Vollkommenheit und Liebe. Das Auftreten von Krankheiten ist mehr eine Art Korrektiv für den Menschen, das ihn an die Notwendigkeit zur Überwindung von inneren Fehlhaltungen erinnert und ihn damit zur Entwicklung seiner Fähigkeiten und Tugenden aufruft.

Aus dieser Sicht kann es niemals eine Technik oder eine Methode sein, die Heilung bringt, auch wenn diese zu den so genannten sanften und natürlichen Methoden gehört wie zum Beispiel der Yoga. Techniken und Methoden können den Heilsprozess nur unterstützen und sind als solche auch keineswegs abzulehnen. Es ist jedoch immer der Mensch selbst, der sich zu einer größeren Aktivität und Beziehungsfähigkeit zum Leben aufschwingt, seine Schöpferkräfte entwickelt und so die Krankheit ganz aus sich selbst heraus überwinden lernt.

Für den Kranken und insbesondere für denjenigen der an einer der sogenannten "tödlichen" Krankheiten leidet, stellt sich damit die Frage nach dem eigenen Willen und dem Mut zur Selbstüberwindung. Selbst wenn die noch verbliebene Schöpferkraft des Kranken nicht mehr ausreichen sollte, und der Tod nicht mehr abzuwenden ist, ist es aus der von Heinz Grill entwickelten geistigen Sicht auf das Menschsein nicht unerheblich für unser weiteres, nachtodliches Schicksal, wenn wir uns über die passive Erwartungshaltung gegenüber Medikamenten und Therapien erheben und in eine größere Aktivität und Eigenverantwortlichkeit hineinwachsen.

Für den Arzt und Therapeuten stellt sich aus dieser Sichtweise die Frage, wie er dem Patienten, der ihm meist in hilfesuchender Erwartungshaltung gegenübertritt auf günstige Weise in die Eigenaktivität und Selbstverantwortung führt, aber auch, wie er sein eigenes Erkenntnisvermögen so erweitert, dass er zum echten Heil-Kundigen werden kann.

Literatur:

  •   "Kosmos und Mensch"
  •   "Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit"
  •   Broschüre: "Das Wesen der Erschöpfung"
kulturimpulse-Mond-Nerven

"Der Mond in der Sonne" Abbildung aus dem Buch: "Kosmos und Mensch"

”Die Krankheitssituation kann zu tieferen Gedanken über die bisherige Art und Weise des Lebens führen und mit der Auseinandersetzung schrittweise einen bewussteren Neuanfang eröffnen. Der Mut zu einem wirklichem Neuanfang stärkt auf entschiedene Weise das erschöpfte Immunsystem und bringt neue Energien für die Zukunft in ein Fließen. Die Entscheidung zu einem bewussteren Leben mit gezielteren Vorsätzen und größeren Idealen kann zu jeder Tageszeit und zu jeder Stunde durch den eigenen inneren Willen eintreten. Dieser eigene Wille tritt ohne Beeinflussung aus der bewussten und mutigen Aufmerksamkeit zum Hier und Jetzt und zu der Wirklichkeit des gegebenen, lebendigen Seins ein. Ohne Beeinflussung von außen, ohne Manipulation, ohne Überredungskünste von Ärzten und Therapeuten und ohne zwanghafte ängstliche Lebenserwartungen kann jeder, gleich mit welcher Diagnose er behaftet ist, zu der Entscheidung eines Neuanfanges kommen.“

aus: "Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit"