Die Asanapraxis

”In der Bewegung, in dem Auf und Nieder der Gliedmaßen, im dynamischen Wechselspiel von Statik und Motorik atmet ein inneres Gefühl, das in seinem seelischen Ursprung aus dem Lichte des Kosmos entströmt. Indem wir die Bewegung nach dem inneren seelischen Gehalt und den verborgenen Empfindungen studieren, erleben wir den Kosmos in seinen Gesetzen und Wirkungen.“

aus »Die Seelendimension des Yoga«

Die Praxis des Yoga mit Körperübungen (Sanskrit = asana) kann auf sehr ästhetische und ganzheitliche Weise zur Stabilisierung des Körpers und zur Anregung der Seelenkräfte beitragen. Heinz Grill hat in den letzten Jahrzehnten eine Fülle von Anregungen und sogenannten Imaginationen zu den einzelnen Übungen des Yoga herausgearbeitet und damit die klassischen Übungen des Hatha Yoga völlig neu durchgestaltet. Der Körper wird in dieser Übungsweise mehr zum Medium einer Gedanken- und Empfindungsschulung, und die Übung von der Körperübung immer mehr zur Seelenübung, die im Körper nur ihren äußeren Ausdruck findet.

So dienen die Yogaübungen auf diesem Weg nicht so sehr der Energetisierung und Aufladung des physischen Leibes und der Vorbereitung zur Meditation, sondern sie werden als Sinnbilder und Verkörperungen seelischer und geistiger Gesetzmäßigkeiten verstanden. Der Übende wird dazu angehalten, sich tiefer mit den Sinnbedeutungen und sogenannten Expressionen der Übungen zu beschäftigen und sich so in einem tieferen Verständnis zu den unterschiedlichen Ebenen von Körper, Seele und Geist zu gründen. Weiterhin können die Asanaübungen auf einzigartige Weise ein authentisches Erleben zu den verschiedenen Regionen des Seelenlebens, den sogenannten Chakren eröffnen und lassen damit das Üben zu einem lebendigen Studium werden, das immer tiefer in die Geheimnisse des Lebens und des Kosmos hineinführt.

Grundlagen zur Asanapraxis finden sich vor allem in:

  • "Harmonie im Atmen" 2007, Lammers-Koll-Verlag
  • "Die Seelendimension des Yoga" 2003, Lammers-Koll-Verlag
  • "Die Vergeistigung des Leibes" 1995, Lammers-Koll-Verlag
Natarajasana - Der Tänzer

”Die erhabene Stellung des Tänzers (Natarajasana), die kaum mit einer anderen einen annähernden Vergleich findet, ist sicherlich eine der fortgeschrittensten Yogaübungen. Obwohl diese Stellung einer jahrelangen Vorbereitung bedarf, damit sie in der Vollendung in größtmöglicher Aufgerichtetheit und völlig harmonischer Geschlossenheit in der Praxis möglich wird, sollte sie dennoch von mäßig Fortgeschrittenen eine Beachtung erhalten. Die wiederholte Auseinandersetzung mit einer Yogastellung, die durch ihre Schwierigkeit in nahezu fern liegenden Dimensionen erscheint, schenkt dem Übenden einen innersten, auf die Seele wirkenden Eindruck, der sich von innen heraus zu einem reicheren Erlebensinhalt steigert. Ein Ziel des Yogaübens liegt in dieser Bereicherung des Bewusstseins.“

aus »Die Vergeistigung des Leibes«